LVR-Freilichtmuseum Kommern

ARCHITEKTUR | VERANSTALTUNGEN | Artikel vom 17.06.2016 | Text von Redaktion

LVR-Freilichtmuseum Kommern

Baugruppe Eifel und Eifel-Vorland  |  Foto © Michael H. Faber | LVR

Verschlafene Fachwerkhäuser mit geöffneten Türen, leichter Wind, der in den Baumkronen rauscht, summende Bienen und freilaufende Hühner: Das LVR – Freilicht-museum Kommern bei Mechernich, lädt am Rand der Eifel zu einer spannenden Zeitreise in die vergangenen fünf Jahrhunderte ein. Auf dem mehr als 90 Hektar großen Gelände können rund 67 historische Gebäude besichtigt werden. Detailgetreu mit Einrichtungsgegenständen und Sacherzeugnissen der ländlichen Regionen des Rheinlandes ausgestattet, vermitteln sie das Wohnen, Arbeiten und Leben ab dem 15. Jahrhundert.

 

Die Baugruppen

 

Bereits im Jahr 1958 gründete der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Freilicht-museum. Die Objekte, darunter Bauernhöfe, Werkstätten, Wohnhäuser, Windmühlen und Gemeinschaftsbauten, sind von ihren ursprünglichen Standorten in das Museum überführt und dort originalgetreu wieder aufgebaut worden. Größtenteils stammen sie aus dem Westerwald/Mittelrhein, aus der Eifel/Voreifel, vom Niederrhein und dem Bergischen Land. Daraus entstanden vier Baugruppen, in denen die Gebäude ihrer Herkunft nach ange-ordnet sind. Eingebettet in eine idyllische Landschaft mit altem Baumbestand, Obstwiesen, Äckern und Bauerngärten wurden sie vor ihrem Untergang bewahrt und für die Nachwelt erhalten.

 

Neuerrichtung

 

Die fünfte Baugruppe Marktplatz Rheinland befindet sich derzeit im Aufbau und zeigt das ländliche, kleinstädtische Leben des Rheinlandes von den 1950er bis in die jüngste Vergangenheit. Besichtigt werden können ein Bungalow um 1960 mit VW Käfer in der Garage, ein Quelle-Fertighaus von 1965 mit Holly-woodschaukel auf der Terrasse, eine Dorfkneipe, die zum kulinarischen Verweilen mit Speisen aus der damaligen Zeit einlädt und eine Container-Notunterkunft für Flüchtlinge aus dem Jahr 1992. Durch die Anlegung von jungen Zeitabschnitten wird das Museum für die Besucher zum Ort des eigenen Erinnerns und fördert die Identifikation mit dem Gezeigten. Damit begeistert es auch Menschen, die bisher keinen Zugang zu Museen fanden.

 

Nutztiere

 

Im Museum begegnen Jung und Alt allen Nutztieren, die das damalige Dorfleben prägten. Hühner, Gänse, Schafe, Pferde und Esel sind auf dem Gelände anzutreffen. Ebenso das „Deutsche Weideschwein“ und das „Glan-Donnersberger Rind“, die um 1980 bereits ausgestorben waren und eigens im Freilichtmuseum rückgezüchtet wurden.

 

Ausstellungen

 

Es können neben den Baugruppen auch verschiedene Dauer- und Wechselaus-stellungen besichtigt werden. Seit 2006 existiert in einer großen Halle unter dem Titel „WirRheinländer“ eine begehbare Kleinstadt. Auf gewundenen Gassen spazieren die Besucher vorbei an unterschiedlichen Szenen, die von mehr als fünfzig Figuren inszeniert werden. Gezeigt wird die Geschichte des Rheinlandes von der französischen Besetzung 1794 bis in die beginnenden Wirtschaftswunderjahre um 1950. Rund 2 Millionen Museumsgäste haben hier so manche Eigenarten der Rheinländerinnen und Rheinländer und die Besonderheiten dieser Geschichte entdecken können.

 

Gespielte Geschichte

 

Nicht nur die alten Objekte und Ausstellungen stehen im Mittelpunkt der Dokumentation und Vermittlung. Auch die Menschen der damaligen Zeit, die einst die Objekte schufen, stehen im Blickfeld. Verschiedene Akteurinnen und Akteure machen die Vergangenheit und den damaligen Lebensalltag erfahrbar. Hauswirtschafterinnen und Handwerker zeigen in historischer Tracht die Arbeiten von damals. Schulklassen können eine Unterrichtsstunde im Schulhaus buchen. Die leckeren Waren aus der Backstube oder dem kleinen Laden können von den Besuchern erworben werden.

 

Bogen zur Gegenwart

 

Mit Beispielen der rheinischen Vergangenheit greift das Museum aktuelle Themen auf, macht sie an historischen Objekten fest, widmet ihnen Ausstellungen und stellt dabei den vergleichenden Bezug zur Gegenwart her. Sozialer und wirtschaftlicher Wandel, gesellschaftliche Unterschiede, die Lebensverhältnisse von Menschen, kulturelle Begegnungen oder die Ursachen und Auswirkungen von Migration sind hochaktuelle Themen. Durch die Beschäftigung mit der Vergangenheit liefert das Museum Antworten auf brennende Fragen von heute und morgen.

 

Veranstaltungen

 

Im LVR- Freilichtmuseum Kommern finden das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen statt. Besonders beliebt bei den Besuchern sind „Verrücktes Holz“ Ende März, der neuntägige „Jahrmarkt anno dazumal“ in der Osterzeit, die Retro-Veranstaltung „ZeitBlende“ mit Oldtimertreffen Mitte August, „Nach der Ernte“ meist am dritten Septemberwochenende und „Advent für alle Sinne“ am ersten Adventwochenende.

 

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben im Museum freien Eintritt. Das umfangreiche Jahresprogramm, die Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Anreise sowie weitere Informationen stehen unter folgendem Link zur Verfügung:

 

» www.kommern.lvr.de


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