Landscape House

ARCHITEKTUR | Artikel vom 15.07.2016 | Text von Redaktion

Landscape House - Gebäude aus dem 3D Drucker


Lanscape House |  Foto © Universe Architecture

Das niederländische Architekturbüro „Universe Architecture“ aus Amsterdam hat es sich zur Aufgabe gemacht ein Haus zu drucken. Mit einem beeindruckenden 3D Drucker soll das Vorhaben realisiert werden. Die Idee dazu hatte der Architekt Janjaap Ruijssenaars. Sein Entwurf zeigt eine ungewöhnliche Form: Schleifenartig wie bei einem Möbiusband schlängeln sich die Gebäudeteile des „Landscape House“ ineinander. Es hat keinen Anfang, kein Ende und zwischendurch wird der Boden zur Decke. Diese komplexe Form macht es unmöglich das Gebäude mit herkömmlichen Techniken zu bauen.

 

Zur Zeit revolutionieren 3D Drucker die Welt, wodurch eine Architektur jeder erdenkbaren Form möglich wird. Die innovative Technologie ist in der Lage dreidimensionale Objekte auf Basis eines digitalen Modells (CAD) im Schichtaufbauverfahren herzustellen. Für die computergesteuerte Produktion kommen eine oder mehrere flüssige sowie feste Materialien zum Einsatz. Die Geräte gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Varianten und Größen auf dem Markt. Neben Kunststoffen können auch Keramik, Metall und sogar organische Materialien gedruckt werden.

 

Für das „Landscape House“ wird eine Mischung aus Sand und einem Bindemittel verwendet. Das Verfahren ist vergleichbar mit dem eines Tintenstrahldruckers, nur dass nicht Tinte auf Papier, sondern eine Flüssigkeit Schicht für Schicht auf Sand getropft wird, sich verbindet und dann aushärtet. Jede Lage ist maximal einen Zentimeter dick.

 

Mit diesem 3D Drucker wird das Landscape House hergestellt  |  Foto © Universe Architecture

 

Das Gebäude wird allerdings nicht an einem Stück produziert. In Segmenten von sechs mal neun Metern werden die einzelnen Elemente angefertigt und später vor Ort zum Gesamtbauwerk zusammengesetzt. Gedruckt wird also nur der Rahmen, der die Silhouette vorgibt. Dieser wird danach mit Faserbeton ausgegossen um die nötige Stabilität zu gewährleisten.

 

Einen 3D Drucker in der Architektur anzuwenden bietet neben der Realisierung von freien Formen noch weitere Vorteile. Weil die Objekte Schicht für Schicht gedruckt werden, entsteht kein Materialverlust. Gussformen für die Herstellung komplexer Bauteile werden überflüssig und viele aufwendige und zeitintensive Arbeitsschritte fallen weg. Allerdings werden dadurch auch Arbeitsplätze reduziert und ganze Berufszweige ersetzt.

 

Bereits im Jahr 2013 kündigte der Architekt Janjaap Ruijssenaars die Planung des „Landscape House“ an und erregte damit in der Öffentlichkeit großes Aufsehen. Nun wird das etwa tausend Quadratmeter große Gebäude realisiert und soll nach der Fertigstellung als Ausstellungshalle dienen.

 

Perspektiven des Landscape House  |  Foto © Universe Architecture

 

 

 

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Genehmigung von "Universe Architecture".