Die stille Revolution - Filmtipp

Modernes Leben | 16.11.2018 

Die stille Revolution - Filmtipp


Screenshoot aus "Die stille Revolution" | Foto © Mindjazz

Filmtipp. „Die stille Revolution - Der Kinofilm zum Kulturwandel in der Arbeitswelt“, erzählt am Beispiel des friesischen Hotelunternehmens Upstalsboom, wie Veränderungen in der Führung mehr Menschlichkeit und Sinn nach sich ziehen. Die Dokumentation von Kristian Gründling zeigt eindrucksvoll, wie der Wandel von der Ressourcenausnutzung bis hin zur Potentialentfaltung gelingen kann. Am Beispiel des Unternehmers Bodo Janssen wird der Zuschauer mit in eine Welt genommen, in der mehr Menschlichkeit, flache Hierarchien und persönliche Potentialentfaltung möglich ist. Aufgrund zahlreicher Herausforderungen in der Arbeitswelt spüren heutzutage viele Menschen eine tiefe Sehnsucht nach grundlegenden Veränderungen und einem realisierbaren Weg aus dem Hamsterrad.

 

Wir verbringen täglich einen großen Teil unsere Zeit mit Arbeit. Es ist jedoch längst wissenschaftlich bewiesen, dass Geld alleine auf Dauer nicht glücklich macht. Nicht nur die Generation Y hat neue Ansprüche an ihren Job. Die meisten Menschen sehnen sich nach einer Tätigkeit, die sie erfüllt und Sinn stiftet. Häufig ist in den Medien von den Begriffen „Burn-out“ und „Depression“ zu lesen, was zeigt, dass unsere Arbeitswelt eher nicht mit unseren Bedürfnissen und Wünschen im Einklang steht. Zu den hohen Anforderungen im Job erleben viele auch Führungskräfte, die immer mehr Einsatz verlangen, häufig nur die wirtschaftliche Seite eines Unternehmens im Blick haben und dabei nicht auf das Individuum eingehen.

 

Einer dieser Führungskräfte war auch der Upstalsboom-Geschäftsführer Bodo Janssen. Erst eine Mitarbeiter-Umfrage öffnete ihm die Augen. Er bekam durchgängig negatives Feedback und galt als unbeliebt bei seinen Angestellten. Ein Ergebnis, das sich nicht mit seiner Selbstwahrnehmung in Einklang bringen ließ und ihn in eine tiefe Krise stürzte. Während der folgenden Auszeit im Kloster reflektierte er seine Situation und fällte in der Stille eine Entscheidung: Er wird das Familienunternehmen von Grund auf erneuern und das Wohlergehen seiner Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen.

 

Er kam ins Handeln und veränderte nach und nach die Strukturen. Offenheit, gemeinsame Ziele und gegenseitiger Respekt wurden von nun an als neue Werte gelebt. Durch Seminare, Workshops und Klosteraufenthalte bot das friesische Unternehmen seinen Mitarbeitern nun die Möglichkeit zur eigenen Potentialentfaltung und persönlichem Wachstum. Ermöglicht wurde dieses Konzept durch Reflexion der eigenen Stärken, Bedürfnissen und Visionen. Die Veränderungen hatten enorme positive Auswirkungen auf das Unternehmen. Die hohe Krankheitsrate nahm ab, die Kreativität zu und wirtschaftlich ging es ebenfalls bergauf.

 

 

Bei einem Kongress für positive Psychologie lernte Bodo Janssen den Filmemacher Kristian Gründling kennen, der ebenfalls von einer Sinnkrise und eigenem Klosteraufenthalt zu berichten wusste. Im Gespräch entstand die Idee Bodo Janssen und seine Mitarbeiter bei einem Klosteraufenthalt mit einem Filmteam zu begleiten und die Eindrücke zu sammeln. Zunächst entstand daraus ein Kurzfilm, der im Internet für Aufmerksamkeit sorgte. Aufgrund des daraus resultierenden großen Interesses und vieler Anfragen lag der Entschluss nahe, einen längeren Dokumentarfilm zum Thema zu drehen.

 

Neben vielen Upstalsboom Mitarbeitern kommen darin auch renommierte Protagonisten zu Wort. Benediktinerpater Anselm Grün, DM-Drogerie Gründer Götz Werner, Neurobiologe Gerald Hüther, Erfinder der Simplify Methode Werner Tiki Küstenmacher und viele weitere bekannte Namen bereichern die Dokumentation durch ihr Wissen. Aber lassen sich die Erkenntnisse auch auf andere Unternehmen und Branchen übertragen? Nicht jeder hat den Mut zur Veränderung. Und auch bei Upstalsboom gab es natürlich Mitarbeiter, die sich nicht mit dem neu eingeschlagenen Weg identifizieren konnten und das Unternehmen verließen.

 

Der Film zeigt jedoch deutlich, dass es möglich ist, alte Denkmuster und Verhaltensweisen aufzubrechen und dass der Wandel von einer Ressourcenausnutzung hin zur Potentialentfaltung gelingen kann. Damit eine Übertragung auf andere Branchen möglich ist, wurde bewusst darauf verzichtet konkrete Arbeitsabläufe bei Upstalsboom zu zeigen. Bodo Janssen steht dabei stellvertretend für jeden Unternehmer, der merkt, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Sehnsuchtsvolle Bilder, untermalende Musik und eine gewisse Ästhetik lassen erkennen, dass der Regisseur ursprünglich aus der Werbebranche kommt. Er möchte inspirieren und Mut machen aus Gewohnheiten auszubrechen. Warum also nicht einmal ein Film, der Werbung für eine gelingende Arbeitswelt macht?

 

"Die stille Revolution" läuft seit dem 22. März 2018 und hat es sogar in die Spiegel Bestsellerliste geschafft. Der Trailer zum Film, sowie weitere Informationen zu allen Mitwirkenden, dem Unternehmer Bodo Janssen, dem Regisseur Kristian Gründling, den Terminen und spannenden Hintergrundinformationen stehen auf der offiziellen Webseite zur Verfügung. 

 

Webseite: www.diestillerevolution.de

 

 

Regisseur Kristian Gründling | Foto © Kristian Gründling