Museum Insel Hombroich

KUNST | ARCHITEKTUR | Artikel vom 03.06.2016 | Text von Redaktion

Museum Insel Hombroich


Der Turm, begehbare Skulptur von Erwin Heerich  |  Foto © Thomas Riehle  | Arturimages

Das Museum Insel Hombroich bei Neuss wurde 1987 von dem Düsseldorfer Kunstsammler Karl-Heinrich Müller (1936-2007) gegründet. Er legte mit seinem Leitmotiv „Kunst parallel zur Natur“ den Grundstein für ein Museumsprojekt der besonderen Art und erschaffte einen einzigartigen Kulturraum, bestehend aus Kunst, Ort, Landschaft und Architektur.

 

Die Kunst

 

Das Museum beherbergt eine umfangreiche Sammlung von hoher künstlerischer Qualität, die in freistehenden Außenpavillons ausgestellt ist. Kulturräumlich übergreifende Kunstwerke finden hier unter „einem Dach“ zusammen. Skulpturen aus Afrika, des alten China, der Khmer und Steinbeile der Maori können neben Radierungen von Rembrandt, Aquarellen von Cézanne sowie Werken vieler weiterer Künstlern erlebt werden. Die Kunstgegenstände sind dauerhaft angeordnet, unterliegen also keiner temporär wechselnden Ausstellung und weisen somit auf die Zeitlosigkeit hin. Damit sich die Besucher ganz auf die Kunst und ihre eigene Wahrnehmung einlassen, wurde bewusst auf Hinweistafeln verzichtet. Auf dieser Entdeckungsreise kann jeder seinen eigenen Weg und Zugang finden. Als Orientierungshilfe dient einzig ein Lageplan, der an der Kasse ausgegeben wird.

 

Der Ort

 

Mitte der 80er Jahre erwarb der Kunstsammler das landschaftlich reizvolle Museumsareal am Nordufer der Erft. Durch diesen, zum größten Teil zwangsregulierten Fluß, wird das Gebiet umflossen und begrenzt. Die Besonderheit einer Insel wird durch die Abgetrenntheit zum Festland definiert. Sie ist ein abgeschlossener Bezirk, folgt eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten und dient als Grundlage für eine eigenständige Entwicklung. Eine Insel kann aber auch als ideeler Ort begriffen werden, zu dem man seinen eigenen Zugang finden muss. Das Museum Insel Hombroich lässt beiden Betrachtungsweisen Raum.

 

 

 

Die Landschaft

 

Das 23 ha große Areal setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen. Das erste Grundstück, das Karl-Heinrich Müller erwarb, bestand aus einem landschaftplanerisch gestaltetem Park mit Villa und altem Baumbestand innerhalb der Erftaue. Die Auenlandschaft prägt das Bild mit Wiesen, Bäumen, Sträuchern, Fluß und Teichen. Eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt hat sich entwickelt. Während man dem nächsten Gebäude entgegen geht, kann man die Landschaft auf den schmalen, geschwungenen Wegen auf sich einwirken lassen.

 

Die Architektur

 

Die vom Bildhauer Erwin Heerich entworfenen Backsteinbauten sind keine Zweckbauten, sondern selber Kunst und begehbare Skulpturen. Wiederum als „Inseln“ erfahrbar liegen sie punktuell verstreut auf dem Gelände. Die einzelnen Baukörper sind in sich geschlossene Einheiten mit unterschiedlichen räumlichen Organisationen in Abhängigkeit der jeweiligen Funktion. Sie basieren auf einfachen geometrischen Grundformen. Der reduzierte Materialeinsatz beschränkt sich auf Ziegel, verzinkten Stahl, Holz, Putz, Naturstein und Glas. Das Mauerwerk besteht aus Feldbrandziegeln, dieInnenwände sind weiß verputzt und dieBöden aus weißem Marmor oder Basalt.Alle Gebäude werden über das Dach oder die Wände nur mit Tageslicht beleuchtet. Die unterschiedlichen Lichtstimmungen der verschiedenen Wetterlagen, Tages- und Jahres-zeiten schaffen immer wieder neue Atmosphären.

 

 

Zentral des Labyrinthes | Foto © Thomas Riehle | Arturimages

 

Zu dem Gesamtkomplex gehören inzwischen auch eine ehemalige Raketenstation mit weiteren Kunsthäusern, unter anderem das von dem japanischen Architekten Tadao Ando erbaute Langen-Foundation. Das Museum Insel Hombroich zieht nicht nur Kunst-interessierte, sondern auch Naturliebhaber an. Für den Besuch sollte man Zeit mitbringen. Die einzigartige Natur im Zusammenspiel mit der Kunst ist ein Erlebnis, das man in Ruhe auf sich einwirken lassen sollte. In der Kantine können sich die Gäste bei einer Pause kostenlos bewirten lassen.

 

Auenlandschaft im Frühling | Foto © Thomas Riehle | Arturimages

 

Weitere Informationen, Öffnungszeiten, Anfahrtsbeschreibung und Eintrittpreise gibt es unter folgendem Link:

 

» www.inselhombroich.de

 

Der Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Insel Hombroich.


Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #2

    Leonard (Sonntag, 05 Juni 2016 13:44)

    Das Museum Insel Hombroich besticht nicht nur durch Kunst und Architektur mit einer hohen handwerklichen Qualität...bei einem schönen Tag kann man dort auch einfach nur entspannen und die Hektik des Alltags für einen Moment hinter sich lassen...Sehr empfehlenswert!

  • #1

    Torsten (Samstag, 04 Juni 2016 22:18)

    Ich war noch nie da, aber glaube das hole ich nach. Es klingt interessant.